Die Sagrada Familia und die Covid 19 Krise

Aktualisiert: Juni 20



Die Pforten des Sühnetempels wurden im März geschlossen, die Bauarbeiten kamen zum Erliegen. An eine Wiederaufnahme der Bautätigkeit ist vor nächstes Jahr nicht zu denken. Denn der Bau wird durch den Verkauf von Tickets finanziert.

Kein anderes Baudenkmal in Barcelona empfängt so viele Besucher wie die Sagrada Familia. Vor der Krise kamen pro Jahr an die 4,5 Millionen Menschen, um Gaudís einmaliges sakrales Meisterwerk zu bestaunen. Da die Sagrada Familia ein Sühnetempel ist, kann die Baukommission keine öffentlichen Subventionen oder Beihilfen beantragen. Mehr als 90% ihres Budgets - 103 Millionen Euro im letzten Jahr- wurden allein durch den Verkauf von Eintrittskarten erwirtschaftet. Das Geld für die Tickets fließt in den Bau des Tempels. Zudem wird der Bau über Spenden und Erbschaften finanziert.

Durch die Schließung der Kirche hat die Sagrada Familia ihre Haupteinnahmequelle verloren.

"Wir haben mehr Besucher als je zuvor auf Instagram. Die Menschen interessieren sich für die Kirche und begehen sie virtuell. Aber wir wissen nicht, wann wir wieder Menschen in die Sagrada Familia hineingehen lassen dürfen.“ fasst der Präsident der Baukommission, Esteve Camps, zusammen.

Da die Behörden den Deeskalationsplan für die touristischen und religiösen Einrichtungen nicht spezifiziert haben, hat die Sagrada Familia ihre eigenen Notfallpläne erstellt. Das allerdings wird zu einer Verzögerung beim Bau der Kirche führen. Ob sie wie geplant 2026 zum 100-jährigen Todestag von Gaudí fertiggestellt werden kann, ist mehr als fraglich.

Es wird eine Weile dauern, bis man die Bauarbeiten wieder aufnehmen kann. Erst einmal müssen die Pforten der Sagrada Familia wieder für Touristen geöffnet und der Geldfluss wieder reaktiviert werden.

Die für Mitte 2021 vorgesehene Fertigstellung der vier Türme der Evangelisten und des Marienturms wird sich verzögern. Die Materialien für die Skulpturen und die Türme wurden bereits gekauft. Daher wird sich die Verzögerung nur auf den Herstellungs- und Installationsprozess auswirken. Auch der 172,3 Meter hohe Jesus-Turm, dessen Kreuz eines der zentralen Strukturen von Gaudís Kirche sein wird, wird nicht innerhalb des geplanten Zeitrahmens - Anfang 2022 - installiert werden können. Die Fassade der Glorie ist noch im Rohbau.

Wenn die Pforten der Sagrada Familia nach dem langen Covid 19 Lockdown wieder geöffnet werden, wird man die Besucherzahlen aus Sicherheitsgründen erst einmal beschränken müssen. Das ist allen klar.

Die Betreiber der Kirche (wie auch der übrigen Sehenswürdigkeiten) werden versuchen, die Einnahmequelle unter Berücksichtigung der Sicherheitsmaßnahmen zu reaktivieren.

Laut der Betreiber könnte die Kirche bei 1.000 Besuchern pro Tag- der Tagesdurchschnitt lag vor der Krise bei über 10.000 - über die "minimale Infrastruktur" verfügen, um den Betrieb wieder aufzunehmen."

Sollten die Pforten der Kirche noch geschlossen sein, wenn Sie nach Ende der Reisebeschränkungen nach Barcelona kommen, seien sie nicht allzu traurig. Eine Besichtigung der Außenfassaden dieses einzigartigen Bauwerks lohnt sich allemal.

Barcelona Dragon Tours bietet eine kurzweilige und informative deutschsprachige Sagrada Familia Führung an, bei der Ihnen Ihr Guide auf unterhaltsame Weise die Details der Fassaden erklärt.

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