Die Stadt der Wunder: Barcelona Jugendstil Stadtführung und Fahrrad Tour

Eduardo Mendozas Roman „Stadt der Wunder“ erscheint 1986. Im selben Jahr erwacht Barcelona aus seiner Schockstarre nach Bürgerkrieg und Franco Diktatur. Die Stadt bekommt die Zusage für die Olympischen Spiele, und ihre Bürger schwingen sich wie schon über hundert Jahre zuvor wieder zu baulichen Heldentaten auf, um ihre geliebte Stadt von Grund auf zu erneuern und ihr ein neues Antlitz zu verschaffen.

Mendoza, Anfang der Achtziger aus Amerika zurückgekehrt, ist begeistert von der Aufbruchsstimmung und macht Barcelona zur Hauptfigur seines Romans. Er schreibt: „Mich interessiert, was in einer großen Stadt vor sich geht, der Moloch, die Gewalt, die Spannungen, die eine Stadt vibrieren lassen. Barcelona (…) hat die Schlacht mit der Moderne geschlagen, und die Stadt hat es gut gemacht.“

„Stadt der Wunder“ beginnt zur Zeit der ersten Weltaustellung 1888. Onofre Bouvila, der zwielichtige Held des Romans, kommt als junger, mittelloser Habenichts in die Stadt und haust in einer heruntergekommenen Pension tief im Bauch des Proleten Ghettos Raval. Zunächst verteilt er anarchistische Flugblätter auf dem Baugelände der Weltausstellung und schlägt sich als skrupelloser Gauner durchs Leben. Er kommt zu Geld und spekuliert in dem von Ildefons Cerda geplanten Neubauviertel Eixample, in dem Industrielle und Großbürger Parzellen für ihre protzigen Paläste kaufen. Onofre gewinnt an Ansehen und Macht, geht dafür aber auch über Leichen. Zur Zeit der zweiten Weltausstellung 1929 ist er einer der reichsten Männer der Stadt.

Mendoza beschreibt seine Figur als „Sohn des erdverbundenen, dunklen und brutalen Kataloniens“.

Und in ihren „Literarischen Streifzügen“ schreibt Ulirike Fokken: “ Aus der roten Muttererde seiner Heimat zieht er die Stärke, sich aus dem dumpfen Loch des Raval emporzuarbeiten. „

Onofre ist so energisch, fanatisch und durchgeknallt wie die Stadt Barcelona selbst.

Unsere deutschsprachigen Barcelona Stadtführungen und Radtouren durch das einmalige Jugendstil Viertel Eixample sind fantastische Reisen durch jene turbulenten Jahre des Aufschwungs zwischen den beiden Weltausstellungen, der mit der Diktatur Primo de Riveras gedämpft wurde und mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 ein jähes Ende fand.  

Wir schlendern durch die breiten Avenidas, bestaunen Stadtpaläste und beschäftigen uns mit Ildefons Cerdas Ideen für eine utopische Stadt der Zukunft.

 

 

 

 

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